DDR-Sportlichkeit nicht mehr gefragt – Hersteller Melkus ist insolvent

Melkus Sportwagen liefen in den 50er/60er-Jahren zur Topform auf.

Melkus Sportwagen liefen in den 50er/60er-Jahren zur Topform auf.

Insolvenzen sind in der heutigen Zeit ja kaum noch eine Schlagzeile wert. Doch wenn es ein Traditionsunternehmen erwischt, kann man ruhig ein paar Worte verlieren. Insbesondere, wenn es wieder einmal ein Unternehmen aus der ehemaligen DDR nicht geschafft hat, sich den Gegebenheiten der freien Marktwirtschaft anzupassen, kann ein näherer Blick nicht schaden. Im Blickpunkt: Melkus Sportwagen GmbH, ein Automobilhersteller aus Dresden.

1959, als Heinz Melkus KG von Heinz Melkus gegründet, war es der erste Renn- und Sportwagenhersteller der DDR und bestand bis 1986. Von außen machten die Sportwagen von Melkus einiges her. Unter der Haube befand sich zunächst ein Wartburg-353-Motor. Zudem wurden weitere Fahrzeugteile aus der Produktion vom Trabant und Wartburg integriert, aber auch zum Teil in Eigenregie gefertigt. Dazu gehörte der Melkus JAP Eigenbau von 1956, das erste Modell des Dresdner Autobauers. Bis zum Mauerfall folgten sechs weitere Sportwagen. Mit dem 1969er Melkus RS 1000 wurde dabei der erste straßentaugliche Mittelmotorwagen entwickelt.

Auch nach der Wende konnte sich Melkus behaupten und eröffnete den ersten BMW-Händlerbetrieb in den neuen Bundesländern. Die Insolvenz seines Unternehmens muss Heinz Melkus nicht mehr erleben. Er verstarb 2005. Sein Sohn Peter sowie sein Enkel Sepp Melkus gründeten im Mai 2006 die Melkus Sportwagen KG, die 2009 in eine GmbH umgewandelt wurde. Und 2012 scheint die Geschichte der Melkus-Sportwagen langsam aber sicher zu Ende zu gehen. Nur Wenige wollten sich die DDR-Sportlichkeit gönnen: Der 2009 produzierte Melkus RS2000 sollte die deutsche Manufaktur auferstehen lassen. Doch die geplanten 25 Fahrzeuge pro Jahr konnten nicht abgesetzt werden. Obwohl der Flitzer mit 375 PS und bis zu 300 km/h Spitze eine echte Granate auf der Straße ist. Dennoch ist der mäßige Absatz nicht gerade überraschend: Der Preis des Flügeltür-Sportwagens beläuft sich auf satte 115 000 Euro. Sportlich, sportlich.

© krizz7 – Fotolia.com

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